Titelbild von Dieter Schütz
Ich riss die Augen auf, sah grelles Licht. Ich bewegte mich und empfand große Schmerzen, langsam gewöhnten sich die Augen an das Licht, es war sonnig. Ich blickte mich langsam um, sah Bäume und Sträucher, hörte fremde Geräusche aus der Ferne. Es roch verbrannt. Ich verstand langsam was passiert sein musste. Ich sah mich weiter um, ich saß noch immer auf meinem teilweise zerfetzten Sitz, große Teile des Dachs waren weg, die linken Sitzreihen komplett verwüstet, mir bot sich ein Bild des Grauens, ich schrie laut. Dann schoss mir ein Gedanke in den Kopf: Tanja! Ihr Sitz wurde aus der Verankerung gerissen, hing an einem Scharnier schief in dem Rest des Ganges, aber sie war nirgendwo zu sehen. Ein Gefühl aus Angst, Panik und Trauer ergriff mich, ich versuchte aufzustehen und fiel aus dem Wrack auf den matschigen Boden, ich war zu schwach um schon laufen zu können. Mir wurde schwindelig, ich hörte Schritte und Stimmen ehe ich das Bewusstsein verlor.
Als ich wieder langsam zu mir kam fand ich mich unter einem großen Baum wieder, links von mir war ein kleiner Tümpel, rechts so weit das Auge reichte kniehohes Gras mit vereinzelten Bäumen. Ich bewegte meinen Kopf nur sehr langsam, es schmerzte. Jemand kam auf mich zu, fragte ob ich ok bin. „Tanja…“ stammelte ich und versuchte aufzustehen. Eine vertraute Stimme wandte sich mit den Worten „Bleib liegen bis du wieder zu Kräften gekommen bist!“ an mich, ich verfolgte die Richtung der Stimme und erblickte Richard. „Hör zu, wir sind abgestürzt, einige von uns hatten Glück, es hat die ganze Maschine zertrümmert. Keiner weiß wo wir hier genau sind, wir versuchen derzeit alles brauchbare aus den Flugzeugtrümmern zu holen, immerhin haben wir das große Glück zu leben und eine kleine Wasserstelle hier zu haben. Du hast einiges abbekommen, lagst fast einen Tag da und kamst nicht zu dir, hatten große Sorgen um dich!“ Ich nahm einen Schluck Wasser aus einer verbeulten Blechschale, ich hatte ziemliche Kopfschmerzen und etliche Schürfwunden und Kratzer. „Hat jemand Tanja gesehen? Die Frau die neben mir saß?“ Niemand sagte etwas, ich stütze mich am Baum ab und stand langsam auf. Alles drehte sich und ich brauchte einige Momente ehe ich wieder geradeaus gucken konnte. Mit wackeligen Beinen lief ich an Richard vorbei zu den anderen verletzten die im Schatten lagen. Neben Richard und zwei anderen Männern die ziemlich unbeschadet davon kamen haben anscheinend nur die dort liegenden sieben Leute und ich überlebt. „Tanja!“, rief ich als ich sie erblickte, ich ging auf sie zu. Ihre linke Wange hatte einen tiefen Schnitt, ihr linker Fuß hatte einen provisorischen Verband der blutunterlaufen war. Sie schlief, atmete aber flach. „Ich geh und suche Medikamente oder irgendwas, was uns hier raus bringt!“, ich musste etwas machen, konnte und wollte nicht tatenlos hier bleiben. „Tom, in deinem Zustand solltest du besser nicht gehen, du brauchst Ruhe!“ ermahnte mich Richard und ging auf mich zu. Ich ignorierte ihn und lief los in Richtung des kleinen Tümpels aus dem man mich geborgen hatte. Es war drückend warm, ich hatte keine Ahnung wo wir waren, aber die Tatsache das uns noch niemand gefunden hatte sagte mir das wir nicht gerade in einer Gegend sind die sehr bevölkerungsreich ist. Am Wrack angekommen versuchte ich die Blickte nicht auf all die zu richten die es nicht geschafft haben, es gelang mir nicht immer. Ich wusste nicht wonach ich suchen sollte, ich hielt einfach Ausschau nach erste Hilfe Koffern oder anderem Gepäck indem sich irgendetwas brauchbares befinden könnte. Nach einiger Zeit hatte ich einen kleinen Berg Gerümpel zusammen, ein paar Kleidungsstücke, Geschirr aus den Servierwagen, ein paar Getränkedosen und Flaschen, Plastikbecher und ein Sturmfeuerzeug. Ich fragte mich wie letzteres es überhaupt in die Maschine geschafft hatte. Es wurde immer wärmer und ich bekam langsam Hunger. Zusammen mit den anderen brachten wir die Sachen in unser provisorisches Lager unter dem Baum. Richard fing mit dem Bau einer Feuerstelle an als einer der Männer stöhnte und fragte ob es nicht schon heiß genug wäre. „Das ist unser einziger Schutz in der Nacht, wer weiß was hier auf uns lauert!“, Recht hatte er. Ich entfernte mich einige Meter von den anderen und stapfte durch das hohe Gras auf der Suche nach etwas das man essen konnte. Und ich sollte fündig werden.

















